Kosmische Stille nimmt überhand – Das Universum wird immer kälter
28.November, 2025
Das Euclid-Weltraumteleskop der ESA, in Kombination mit Daten des Herschel-Weltraumteleskops, hat eine wichtige Bestätigung über die kosmische Entwicklung geliefert. Die Analyse der Beobachtungen bekräftigt die wissenschaftliche Annahme, dass die Sternentstehung im Universum ihren Höhepunkt bereits überschritten hat. Dies bedeutet, dass die Rate, mit der neue Sterne geboren werden, seit etwa der Hälfte der kosmischen Geschichte kontinuierlich abnimmt.
Die Zeit des intensivsten stellaren „Feuerwerks“, als die meisten Galaxien ihre sternbildenden Phasen durchliefen, liegt demnach hinter uns. Zukünftig wird das Universum dem Bericht zufolge stetig „kälter und toter“ werden, was sich auf sehr lange Zeitskalen bezieht. Diese Entwicklung ist eine direkte Folge des allmählichen Verbrauchs des Gasvorrats in den Galaxien, dem Rohmaterial für die Entstehung neuer Sterne. Ohne dieses Gas können keine neuen Sterne, Planeten und somit auch keine neuen belebten Systeme entstehen.
Die Erkenntnisse von Euclid und Herschel sind für das Verständnis der kosmologischen Geschichte und der Galaxienentwicklung von großer Bedeutung. Sie helfen Astronomen, ein präziseres Bild davon zu zeichnen, wie sich die Materie im Universum über Milliarden von Jahren organisiert und welche Kräfte dabei am Werk sind. Insbesondere die Untersuchung von Dunkler Materie und Dunkler Energie ist ein Hauptziel der Euclid-Mission. Die beschleunigte Expansion des Universums, angetrieben durch die Dunkle Energie, trägt ebenfalls dazu bei, dass Galaxien weiter voneinander entfernt werden und die Wechselwirkungen, die neue Sternentstehung triggern könnten, seltener werden. Die Zukunft des Kosmos ist somit ein langsames, aber unaufhaltsames Erkalten und Verblassen, da die vorhandenen Sterne schließlich ausbrennen und kein Nachschub mehr generiert wird.
