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Wolkenbildung und Wolkentypen – Aus Wasserdampf geboren, vom Wind geformt

Wolken – Vom federleichten Cirrus bis zum mächtigen Cumulonimbus

Wolken stellen weitaus mehr dar als nur einfachen Wasserdampf in der Atmosphäre da sie aus sichtbaren Ansammlungen von winzigen Wassertröpfchen oder Eiskristallen bestehen die durch komplexe physikalische Prozesse entstehen. Die Grundlage für jede Wolkenbildung ist die Feuchtigkeit welche durch die Verdunstung von Wasser an Ozeanen oder Seen sowie durch die Transpiration von Pflanzen als unsichtbares Gas in die Höhe steigt. Damit daraus eine sichtbare Wolke wird muss diese feuchte Luftmasse aufsteigen was entweder durch die Erwärmung am Boden oder durch das Überströmen von Gebirgen geschieht. Während des Aufstiegs dehnt sich die Luft aufgrund des sinkenden Drucks aus und kühlt dabei so weit ab bis sie den sogenannten Taupunkt erreicht. Da kalte Luft weniger Feuchtigkeit speichern kann als warme Luft beginnt der Wasserdampf zu kondensieren sofern genügend Kondensationskerne wie Staub oder Meersalz in der Umgebung vorhanden sind. In der Meteorologie werden die so entstandenen Gebilde primär nach ihrer Höhe und ihrer äußeren Form unterschieden wobei man zwischen Haufenwolken und Schichtwolken differenziert. Die hohen Wolken in über siebentausend Metern Höhe bestehen aufgrund der dort herrschenden extremen Kälte fast ausschließlich aus feinen Eiskristallen. Hierzu zählen die Cirruswolken die als zarte weiße Fäden ohne Schattenwurf über den Himmel ziehen und oft als Federwolken bezeichnet werden. Eine weitere Form sind die Cirrocumulus welche als winzige weiße Schäfchen oft in Rippeln angeordnet sind und auf Instabilitäten hindeuten. Der Cirrostratus hingegen bildet einen milchigen Schleier der für das optische Phänomen eines Halos um Sonne oder Mond verantwortlich ist. In der mittleren Etage zwischen zweitausend und siebentausend Metern findet man die Gattungen mit der Vorsilbe Alto. Der Altocumulus zeigt sich als größere weiße oder graue Ballen die oft wie grobe Wattebäusche am Himmel hängen. Im Gegensatz dazu wirkt der Altostratus wie eine grau-blaue Schichtdecke durch welche die Sonne nur noch matt wie durch ein Milchglas hindurchscheint. Die tiefen Wolken unterhalb von zweitausend Metern bestehen meist aus Wassertropfen und prägen oft unser unmittelbares Wettererleben. Der Stratus ist eine gleichmäßige graue Schicht die wir häufig als Hochnebel wahrnehmen und die feinen Sprühregen mit sich bringen kann. Beim Stratocumulus handelt es sich um eine Mischung aus Schicht und Ballen die oft dunklere Flecken aufweist und weite Teile des Himmels bedeckt. Die wohl bekannteste Form ist der Cumulus welcher als klassische Schönwetterwolke mit scharf abgegrenzten weißen Rändern gilt. Neben diesen Stockwerken gibt es Wolken mit einer enormen vertikalen Ausdehnung die durch alle Etagen hindurchwachsen können. Der Nimbostratus ist dabei die klassische dunkle Regenwolke die massiv erscheint und langanhaltenden Dauerregen oder Schnee liefert. Die gewaltigste Erscheinung am Himmel ist jedoch der Cumulonimbus der als riesiger Turm oder Amboss emporragt. Diese Gewitterwolke ist für extreme Wetterereignisse wie Starkregen sowie Hagel und Blitze verantwortlich und markiert das energetische Maximum der Wolkenbildung. Durch die Beobachtung dieser verschiedenen Typen lässt sich die Dynamik der Atmosphäre sowie die bevorstehende Wetterentwicklung präzise deuten.

Tiefergehende und ausführlichere Analyse der Wolkenbildung und der verschiedenen Wolkengattungen.

1. Wie entstehen Wolken? (Der komplexe Prozess)

Die Entstehung einer Wolke ist ein faszinierendes physikalisches Ereignis, das auf dem ständigen Kreislauf des Wassers basiert. Alles beginnt mit der Verdunstung: Sonnenenergie erwärmt die Oberflächen von Ozeanen, Seen und Flüssen, wodurch Wassermoleküle in einen gasförmigen Zustand übergehen und als unsichtbarer Wasserdampf in die Atmosphäre aufsteigen. Auch Pflanzen tragen durch die sogenannte Transpiration erheblich zur Luftfeuchtigkeit bei. Damit aus diesem unsichtbaren Gas eine sichtbare Wolke wird, muss die Luft aufsteigen. Dies geschieht entweder durch Thermik (Erwärmung am Boden), durch Gebirge, die die Luft zum Aufsteigen zwingen, oder durch das Aufeinandertreffen verschiedener Luftmassen. Beim Aufstieg gerät die Luft in Schichten mit geringerem Luftdruck, wodurch sie sich ausdehnt. Diese Ausdehnung entzieht der Luft Energie, was zu einer Abkühlung führt. Ein entscheidendes Gesetz der Physik besagt, dass kalte Luft deutlich weniger Wasserdampf speichern kann als warme Luft. Sobald die Luft so weit abgekühlt ist, dass sie keine weitere Feuchtigkeit mehr aufnehmen kann, erreicht sie den sogenannten Taupunkt. In diesem Zustand herrscht eine relative Luftfeuchtigkeit von 100 %. Nun setzt die Kondensation ein, bei der der gasförmige Wasserdampf wieder flüssig wird. Doch Wasser kann in der freien Atmosphäre nicht einfach „aus dem Nichts“ gefrieren oder kondensieren. Es benötigt mikroskopisch kleine Schwebeteilchen, die als Kondensationskerne fungieren. Diese Aerosole bestehen aus natürlichem Staub, Rußpartikeln, Blütenpollen oder winzigen Salzkristallen aus der Gischt der Meere. Die Wassermoleküle lagern sich an diese Kerne an und bilden Myriaden von winzigen Tröpfchen. Wenn die Temperaturen weit unter den Gefrierpunkt fallen, entstehen statt Tröpfchen direkt feine Eiskristalle. Erst durch die Milliardenfache Ansammlung dieser Partikel wird die Luftmasse für das menschliche Auge als Wolke sichtbar. Je nach Aufwindstärke und Feuchtigkeitsangebot entstehen dabei die unterschiedlichsten Formen und Strukturen am Himmel.

2. Die 10 Wolkengattungen im Detail

Hohe Wolken (über 7.000 m)

In diesen extremen Höhen der Troposphäre herrschen Temperaturen von oft unter −40 °C. Daher bestehen diese Wolken nicht aus Wasser, sondern fast ausschließlich aus feinsten Eiskristallen, was ihnen ihr seidiges Aussehen verleiht.

Cirrus (Ci)

Cirrus (Ci): Diese feinen Federwolken sind die Pioniere am Himmel. Sie bestehen aus isolierten, reinweißen Fäden oder schmalen Bändern, die oft eine faszinierende, faserige Struktur aufweisen. Da sie so dünn und hoch gelegen sind, schwächen sie das Sonnenlicht kaum ab und werfen niemals einen Schatten auf die Erdoberfläche. Ihre Entstehung ist oft auf sehr starke Winde in der Höhe, den sogenannten Jetstream, zurückzuführen, der die Eiskristalle in die Länge zieht. Cirruswolken sind oft die ersten Vorboten einer herannahenden Warmfront. Wenn sie sich verdichten und den Himmel zunehmend überziehen, ist dies ein sicheres Zeichen für eine Wetteränderung in den nächsten 24 Stunden. Trotz ihrer zarten Erscheinung können sie sich über hunderte Kilometer erstrecken. In der Abendsonne leuchten sie oft lange nach Sonnenuntergang noch in leuchtenden Gelb- oder Rottönen, da sie aufgrund ihrer Höhe noch direkt angestrahlt werden. Meteorologen beobachten ihre Zugrichtung genau, um Windströmungen in der oberen Atmosphäre zu analysieren. Sie sind ein ästhetisches Highlight des Himmels und wirken oft wie gemalt.

Cirrocumulus (Cc)

Cirrocumulus (Cc): Diese seltenere Form wird im Volksmund oft als kleine Schäfchenwolke bezeichnet. Sie präsentieren sich als sehr kleine, weiße Flecken oder Körner, die meist in regelmäßigen Mustern oder Rippeln angeordnet sind. Diese Anordnung erinnert oft an das Schuppenmuster einer Makrele oder an feinen Sand am Meeresgrund. Cirrocumuluswolken haben keine eigenen Schatten und wirken daher sehr flach und lichtdurchlässig. Ihre Entstehung deutet auf eine gewisse Unruhe oder Turbulenz in der sehr hohen Atmosphäre hin. Oft treten sie nur kurzzeitig auf und wandeln sich schnell in andere Wolkenformen um. Da sie ausschließlich aus Eiskristallen bestehen, zeigen sie an, dass in der Höhe feuchte Luftmassen aufsteigen. Wenn der gesamte Himmel mit diesen kleinen Ballen übersät ist, spricht man von einem „Makrelenhimmel“. Für Segler und Wanderer waren sie früher ein wichtiges Warnsignal für instabiler werdende Wetterlagen. Sie sind ein Beweis für die filigrane Ordnung, die durch Wellenbewegungen in der Luft entstehen kann.

Cirrostratus (Cs)

Cirrostratus (Cs): Diese Wolkenart bildet einen hauchdünnen, transparenten Schleier, der den Himmel großflächig überzieht. Oft ist der Schleier so dezent, dass man ihn nur bemerkt, weil das Himmelsblau etwas blasser oder milchig wirkt. Das markanteste Merkmal ist das optische Phänomen des Halos. Dabei bricht sich das Licht von Sonne oder Mond in den Eiskristallen der Wolke und erzeugt einen leuchtenden Ring am Himmel. Die Sonne scheint durch diesen Schleier hindurch, verliert aber ihre scharfen Konturen und wirkt wie durch eine Milchglasscheibe betrachtet. Cirrostratuswolken werfen keine deutlichen Schatten, können den Boden aber in ein diffuses, sanftes Licht tauchen. Sie entstehen meist durch das großräumige, langsame Aufgleiten von Warmluft auf Kaltluft. Wenn sich dieser Schleier zunehmend verdichtet, ist dies ein klassisches Anzeichen für bald einsetzenden, langanhaltenden Niederschlag. Sie decken oft tausende Quadratkilometer ab und sind ein globales Phänomen. In der Meteorologie sind sie unverzichtbar für die kurzfristige Klimavorhersage.

Mittelhohe Wolken (2.000 – 7.000 m)

In dieser Etage ist es zwar kalt, aber meist noch nicht so extrem wie in der Höhe. Diese Wolken bestehen aus einer Mischung aus unterkühlten Wassertröpfchen und Eiskristallen.

Altocumulus (Ac)

Altocumulus (Ac): Hierbei handelt es sich um die „großen Geschwister“ der kleinen Schäfchenwolken. Sie erscheinen als weiße oder graue Ballen, Walzen oder Haufen, die deutlich größer und plastischer wirken als die hohen Cirrocumulus. Oft weisen sie an ihrer Unterseite dunklere Schattenzonen auf, was ihnen Tiefe und Struktur verleiht. Sie treten häufig in ausgedehnten Feldern auf, die den Himmel wie ein Mosaik bedecken. Zwischen den einzelnen Wolkenelementen blitzt oft noch das Blau des Himmels hervor. Ihre Entstehung ist oft ein Zeichen für aufsteigende Feuchtigkeit in den mittleren Luftschichten. Wenn Altocumulus-Wolken am Vormittag turmartige Ausstülpungen zeigen (Castellanus), ist dies ein fast sicheres Warnsignal für schwere Gewitter am Nachmittag. Sie sind daher für Meteorologen ein wichtiger Indikator für atmosphärische Instabilität. Oft bilden sie sich auch durch die Auflösung von größeren Wolkenmassen nach einem Regenschauer. Sie gehören zu den fotogensten Wolkenformen überhaupt.

Altostratus (As)

Altostratus (As): Diese Wolken bilden eine massive, grau-blaue Schichtdecke, die den Himmel fast vollständig abriegelt. Im Gegensatz zum hohen Cirrostratus ist diese Schicht viel dicker und undurchsichtiger. Die Sonne ist durch sie hindurch nur noch als schwach leuchtender Punkt erkennbar, ähnlich wie eine Glühbirne hinter einer dicken Milchglasscheibe. Halos treten bei dieser Wolkenart nicht mehr auf, da das Licht zu stark gestreut wird. Altostratuswolken werfen keine Schatten auf den Boden, aber die Umgebung wirkt oft düster und kontrastarm. Sie entstehen durch großflächige Hebungsprozesse in der mittleren Atmosphäre. Wenn sich die Wolkenbasis weiter absenkt und verdunkelt, geht der Altostratus direkt in die Regenwolke Nimbostratus über. Oft fällt aus diesen Wolken bereits leichter, aber noch nicht am Boden ankommender Niederschlag (Virga). Sie sind ein Vorzeichen für eine stabile, meist regnerische Wetterlage. Diese Wolken vermitteln oft ein Gefühl von Weite und Monotonie am Himmel.

Tiefe Wolken (0 – 2.000 m)

Diese Wolken befinden sich in der untersten Schicht der Atmosphäre, direkt über unseren Köpfen. Sie bestehen fast vollständig aus flüssigem Wasser.

Stratus (St)

Stratus (St): Der Stratus ist die klassische Schichtwolke, die wir oft als trüben „Grau-in-Grau“-Himmel wahrnehmen. Er erscheint als eine sehr gleichmäßige, strukturlose Decke, die oft sehr tief hängen kann. Wenn die Basis den Boden berührt, sprechen wir von Nebel; hängt sie knapp darüber, nennt man es Hochnebel. Stratuswolken verdecken die Sonne oft vollständig und lassen den Tag sehr dunkel wirken. Sie entstehen häufig durch Abkühlung der untersten Luftschichten in der Nacht oder durch Zufuhr sehr feuchter Luftmassen. Aus einem Stratus fällt meist nur feiner Sprühregen (Niesel) oder bei Kälte sehr feiner Grieselschnee. Trotz ihrer geringen Dicke können sie sich über Tage hinweg in Tälern oder über dem Flachland halten. Sie sind typisch für herbstliche Inversionswetterlagen, bei denen es oben auf den Bergen sonnig und im Tal grau ist. Für das menschliche Gemüt wirken sie oft bedrückend, doch für die Natur liefern sie eine sanfte, gleichmäßige Befeuchtung. Sie haben keine klare Kontur und wirken eher wie eine Wand aus Dunst.

Stratocumulus (Sc)

Stratocumulus (Sc): Diese Wolkengattung ist die weltweit am häufigsten vorkommende Form. Sie ist eine faszinierende Mischung aus einer geschlossenen Schicht und einzelnen Ballen oder Rollen. Stratocumulus-Wolken sind meist grau oder weißlich und weisen oft sehr dunkle, markante Unterseiten auf. Sie bedecken oft große Teile des Himmels, lassen aber hier und da Lücken für das Sonnenlicht, was zu beeindruckenden „Lichtschwertern“ (Tyndall-Effekt) führen kann. Diese Wolken entstehen oft am Ende eines sonnigen Tages, wenn die Thermik nachlässt und sich Cumuluswolken seitlich ausbreiten. Sie können aber auch entstehen, wenn eine dicke Stratuswolke durch Windturbulenzen aufgerissen wird. Niederschlag ist bei dieser Form eher selten und meist nur sehr schwach. Stratocumulus-Felder über den Weltmeeren spielen eine enorme Rolle für das globale Klima, da sie viel Sonnenlicht zurück ins All reflektieren. Sie sind die „Arbeitstiere“ am Himmel und prägen oft unser tägliches Wetterbild. Ihre Struktur wirkt oft wie ein endloser, welliger Teppich.

Cumulus (Cu)

Cumulus (Cu): Die Cumuluswolke ist der Inbegriff der „Schönwetterwolke“. Sie hat eine meist waagerechte, dunklere Basis und eine strahlend weiße, blumenkohlartig gewölbte Oberseite. Diese Wolken entstehen durch lokale Aufwinde (Thermik), wenn die Sonne den Boden erwärmt und warme Luftpakete aufsteigen. Sie sind scharf abgegrenzt und wirken plastisch und kompakt, fast wie Wattebäusche am blauen Himmel. Solange sie klein bleiben (Cumulus humilis), garantieren sie sonniges Wetter. Wenn sie jedoch im Tagesverlauf in die Höhe schießen (Cumulus congestus), deutet dies auf eine instabile Luftschichtung hin. Sie werfen deutliche, wandernde Schatten auf die Landschaft. Ein Cumulus besteht aus unzähligen Wassertropfen, die das Sonnenlicht perfekt streuen, was ihr helles Weiß erklärt. Am späten Nachmittag lösen sie sich oft auf, wenn der Boden abkühlt und der Nachschub an warmer Luft abreißt. Sie sind ein Symbol für Vitalität und Dynamik in der Natur. Kinder malen oft genau diesen Wolkentyp, wenn sie das Wetter darstellen.

Wolken mit großer vertikaler Ausdehnung

Diese Giganten des Himmels sind keine einfachen Schichten oder Haufen; sie sind gewaltige Wettersysteme, die vom Boden bis an die Grenze des Weltraums reichen können.

Nimbostratus (Ns)

Nimbostratus (Ns): Wenn aus einem grauen Tag ein Tag mit echtem „Landregen“ wird, ist meist der Nimbostratus verantwortlich. Er ist eine massive, dunkelgraue Regenwolke von enormer Mächtigkeit. Er entsteht meist durch das großräumige Aufgleiten feuchter Warmluftmassen auf kalte Luft, was zu langanhaltender Kondensation führt. Seine Basis hängt oft zerfetzt und tief am Himmel, während seine Spitze bis in die höchsten Etagen reichen kann. Aus dieser Wolke fällt der klassische Dauerregen oder gleichmäßiger, kräftiger Schneefall. Im Gegensatz zum Gewitter ist der Regen hier eher ruhig, aber sehr ausgiebig und überdeckt riesige Gebiete. Die Sonne hat keine Chance, diese dicke Schicht zu durchbrechen; es herrscht eine düstere, fast nächtliche Stimmung. Unterhalb der Hauptwolke bilden sich oft kleine, zerfetzte Wolkenfetzen, die sogenannten „Pannus“-Wolken. Er ist der wichtigste Wasserlieferant für die Landwirtschaft und die Grundwasserspeicher. Ein Nimbostratus kann ganze Regionen für mehrere Tage in ein graues Regengebiet verwandeln. Er ist die „ernste“ Wolke, die Beständigkeit und Masse ausstrahlt.

Cumulonimbus (Cb)

Cumulonimbus (Cb): Der Cumulonimbus ist der unangefochtene König der Wolken. Er ist die einzige Wolke, die sich wie ein gewaltiger Turm durch alle drei Stockwerke der Atmosphäre bohrt. Seine Basis ist oft bedrohlich dunkel, fast schwarz, während seine Spitze in über 12 km Höhe zu einem charakteristischen Amboss (Incus) ausbreitet. In seinem Inneren herrschen extreme Auf- und Abwinde mit Geschwindigkeiten von über 100 km/h. Er ist die Geburtsstätte von Blitzen, Donner, heftigem Starkregen und Hagel. Die Ambossform entsteht, wenn die aufsteigende Luft an die Tropopause stößt und seitlich wie eine Pilzwolke auseinanderweicht. In einem einzigen Cumulonimbus sind gigantische Energiemengen gespeichert, die die Kraft von Atombomben erreichen können. Er kann innerhalb weniger Minuten aus einer kleinen Cumuluswolke entstehen, wenn die Bedingungen passen. Er ist für die Luftfahrt extrem gefährlich und muss von Flugzeugen weiträumig umflogen werden. Trotz seiner Zerstörungskraft ist er ein faszinierendes Wunderwerk der Natur und reinigt die Atmosphäre. Wenn er abzieht, hinterlässt er oft eine abgekühlte, frische Luft und spektakuläre Sonnenuntergänge.

Zusammenfassung der Wolkenbildung und Wolkentypen

1. Wie entstehen Wolken? (Der Prozess)

Damit eine Wolke entsteht, müssen drei physikalische Bedingungen erfüllt sein:

  1. Feuchtigkeit: Wasser verdunstet von Oberflächen (Ozeane, Seen, Pflanzen) und steigt als unsichtbarer Wasserdampf auf.
  2. Abkühlung: Wenn Luft aufsteigt (z. B. durch Erwärmung am Boden oder durch Gebirge), dehnt sie sich aus und kühlt ab. Kalte Luft kann weniger Wasserdampf speichern als warme. Wird der sogenannte Taupunkt unterschritten, wird der Dampf wieder flüssig.
  3. Kondensationskerne: Wasser braucht eine „Ankerstelle“, um flüssig zu werden. In der Luft sind das winzige Partikel wie Staub, Ruß, Pollen oder Meersalz (Aerosole). An ihnen lagern sich die Wassermoleküle an – die Wolke wird sichtbar.

2. Die 10 Wolkengattungen

Meteorologen teilen Wolken primär nach ihrer Höhe (Stockwerke) und ihrer Form (Haufen oder Schichten) ein.

Hohe Wolken (über 7.000 m)

Bestehen fast nur aus Eiskristallen, da es dort extrem kalt ist.

  • Cirrus (Ci): Federwolken. Zarte, weiße Fäden ohne Schatten.
  • Cirrocumulus (Cc): Kleine Schäfchenwolken, oft in Rippeln angeordnet.
  • Cirrostratus (Cs): Ein milchiger Schleier, der oft einen „Halo“ (Ring) um Sonne oder Mond bildet.

Mittelhohe Wolken (2.000 – 7.000 m)

Vorsilbe „Alto-“.

  • Altocumulus (Ac): Größere Schäfchenwolken; weiße oder graue Ballen.
  • Altostratus (As): Eine grau-blaue Schichtdecke, durch die die Sonne nur noch matt wie durch Milchglas scheint.

Tiefe Wolken (0 – 2.000 m)

  • Stratus (St): Eine gleichmäßige, graue Schicht (Hochnebel). Kann Sprühregen bringen.
  • Stratocumulus (Sc): Eine Mischung aus Schicht und Ballen; oft dunklere Flecken.
  • Cumulus (Cu): Die klassische „Schönwetterwolke“ – wattig, weiß, scharf abgegrenzt.

Wolken mit großer vertikaler Ausdehnung

Diese Wolken wachsen durch alle Stockwerke hindurch.

  • Nimbostratus (Ns): Die klassische Regenwolke. Dunkelgrau, massiv, bringt Dauerregen oder Schnee.
  • Cumulonimbus (Cb): Die Gewitterwolke. Sieht aus wie ein riesiger Turm oder Amboss. Sie bringt Starkregen, Hagel und Blitze.

Kleine „Wolken-Vokabelhilfe“

Wenn du die lateinischen Namen verstehst, kannst du Wolken leicht deuten:

  • Cirrus = Locke / Feder
  • Cumulus = Haufen / Ansammlung
  • Stratus = Schicht / flach ausgebreitet
  • Nimbus = Regenwolke
  • Alto = hoch (im Sinne von mittelhoch im Vergleich zum Boden)

Wolkentypen in tabellarischer Form, unterteilt nach Stockwerken und Eigenschaften

StockwerkWolkengattungAbkürzungAussehen und MerkmaleWetterbedeutung
Hoch (> 7.000 m)CirrusCiZarte, weiße Fäden, Federwolken, bestehen aus Eis.Kündigt oft Wetteränderung an.
Hoch (> 7.000 m)CirrocumulusCcKleine weiße Schäfchen, Rippeln, schattenlos.Zeigt Instabilität in der Höhe an.
Hoch (> 7.000 m)CirrostratusCsMilchiger Schleier, erzeugt Halos (Ringe) um die Sonne.Vorbote einer Warmfront.
Mittel (2.000 – 7.000 m)AltocumulusAcGrobe Schäfchen, weiß-graue Ballen oder Walzen.Kann auf Gewitterneigung hindeuten.
Mittel (2.000 – 7.000 m)AltostratusAsGrau-blaue Decke, Sonne scheint matt wie durch Milchglas.Vorbote für Dauerregen.
Tief (0 – 2.000 m)StratusStGleichmäßige graue Schicht, oft als Hochnebel.Bringt Sprühregen (Niesel).
Tief (0 – 2.000 m)StratocumulusScSchollenartige Mischung aus Schicht und Ballen.Meist trockenes, bewölktes Wetter.
Tief (0 – 2.000 m)CumulusCuWattig, weiß, scharf abgegrenzt, „Schönwetterwolke“.Stabiles Wetter (außer bei starkem Wachstum).
Vertikal (alle Höhen)NimbostratusNsDunkelgraue, massive Schicht ohne feste Form.Klassische Dauerregen- oder Schneewolke.
Vertikal (alle Höhen)CumulonimbusCbRiesiger Turm oder Amboss, extrem mächtig.Gewitter, Starkregen, Hagel und Sturm.

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