Die Milchstraße im Sternbild Kepheus
Das Sternbild Kepheus gehört zu den 48 klassischen Sternbildern, die bereits von Ptolemäus beschrieben wurden. Es stellt den sagenhaften König Kepheus dar, den Gemahl der Kassiopeia und Vater der Andromeda. In Mitteleuropa ist Kepheus ein zirkumpolares Sternbild und daher das ganze Jahr über am Himmel sichtbar. Seine Sterne sind zwar nicht sehr hell, bilden aber eine auffällige, hausförmige Figur. Der hellste Stern ist Alderamin, der in rund 49 Lichtjahren Entfernung liegt und in etwa 5.500 Jahren die Rolle des Polarsterns übernehmen wird. Ein weiterer bekannter Stern ist Mu Cephei, auch Granatstern genannt, einer der größten bekannten Sterne mit tiefroter Farbe. Im Kepheus finden sich zahlreiche interessante Deep-Sky-Objekte wie der Irisnebel NGC 7023 oder die Feuerwerksgalaxie NGC 6946. Auch mehrere offene Sternhaufen und Dunkelwolken sind hier zu beobachten. Aufgrund seiner Lage im Band der Milchstraße ist das Sternbild reich an Sternfeldern und Nebeln. Für Astronomiebegeisterte bietet Kepheus somit viele spannende Beobachtungsmöglichkeiten
Hier sind einige ausführliche Informationen über das Sternbild Kepheus:
- Lage und Sichtbarkeit:
Kepheus liegt in der Nähe des Himmelsäquators und ist gut sichtbar in den nördlichen Hemisphären. Es ist am besten im Sommer und Herbst sichtbar, insbesondere in den Monaten Juli bis Oktober. Das Sternbild befindet sich in der Nähe anderer bekannter Sternbilder wie Cassiopeia, Cepheus und Andromeda. - Sternbilder und Sterne:
Das Sternbild Kepheus enthält mehrere interessante Sterne, darunter:- Alpha Cephei (Alderamin): Der hellste Stern im Sternbild, ein bläulich-weißer Riesenstern, der sich in etwa 49 Lichtjahren Entfernung befindet.
- Beta Cephei: Ein spektroskopischer Doppelstern, bekannt für seine Variabilität, was bedeutet, dass seine Helligkeit im Laufe der Zeit schwankt.
- Gamma Cephei: Ein Doppelsternsystem, das auch als eines der ersten bekannten Exoplanetensysteme gilt.
- Mythologie:
In der griechischen Mythologie war Kepheus der König von Äthiopien und der Ehemann von Cassiopeia. Das Sternbild stellt ihn oft als einen sitzenden König dar, der auf seinem Thron sitzt. Es ist Teil der sogenannten „Königs-Konstellationen“ und wird manchmal zusammen mit Cassiopeia und Andromeda betrachtet. - Interessante Objekte:
Neben den Sternen beherbergt Kepheus auch einige Deep-Sky-Objekte, darunter:- NGC 6946: Auch bekannt als „Fireworks Galaxy“, eine Spiralgalaxie, die sich im Sternbild Kepheus befindet. Sie ist bekannt für ihre zahlreichen Supernova-Entdeckungen.
- NGC 7129: Ein offener Sternhaufen mit einer Nebelregion, die sich in der Nähe befindet.
- Wissenschaftliche Bedeutung:
Das Sternbild Kepheus ist für Astronomen interessant, weil es einige wichtige Sterne und Objekte enthält, die bei der Erforschung von Sternentwicklung, Variabilität und Exoplaneten helfen.
Die Astrometrie des Fotos
Das Sternbild Kepheus (Cepheus) stellt in der griechischen Mythologie den König von Äthiopien dar und ist aufgrund seiner Lage nahe dem Himmelsnordpol für Beobachter auf der Nordhalbkugel fast das ganze Jahr über sichtbar. Die markante, hausähnliche Form des Sternbilds wird maßgeblich durch den hellsten Stern Alderamin (α Cep) definiert, der aufgrund der Präzession der Erdachse in ferner Zukunft einmal der Polarstern sein wird. Ein weiteres wichtiges Ecksegment bildet ζ Cep, ein oranger Überriese, der die Schulter des Königs markiert. In unmittelbarer Nachbarschaft finden wir Kabalfird (η Cep) und den Stern ι Cep, die beide zur visuellen Struktur des „Daches“ beitragen. Besonders berühmt ist das System δ Cep, da es der Prototyp der Cepheiden-Veränderlichen ist und Astronomen half, die Entfernungen im Universum zu messen.
Nur wenig entfernt leuchtet ε Cep, ein schnell rotierender Stern, während μ Cep, besser bekannt als der Granatstern (Erakis), durch seine tiefrote Färbung als einer der größten bekannten Sterne der Milchstraße beeindruckt. In der Nähe der „Basis“ des Sternbilds befinden sich Castula (ν Cep) und der Mehrfachstern Kurhah (ξ Cep), die interessante Ziele für Teleskopbeobachtungen bieten. Auch weniger bekannte Sterne wie 21 Cep und 32 Cep ergänzen die Dichte dieses Himmelsareals. Ein besonderes Highlight für Astrofotografen ist der offene Sternhaufen NGC 7380, der im sogenannten „Zauberer-Nebel“ eingebettet ist und komplexe Gasstrukturen zeigt. Obwohl 33 Cygni namentlich dem Schwan zugeordnet ist, liegt er direkt an der Grenze und markiert den Übergang zwischen diesen beiden prächtigen Sternbildern. Zusammen bilden diese Objekte ein faszinierendes Panorama aus massereichen Überriesen, variablen Sternen und Emissionsnebeln. Diese Region der Milchstraße ist besonders reich an interstellarer Materie, was die Entstehung solch prominenter Sterne wie des Granatsterns erst ermöglichte.
Das ist eine faszinierende Liste von Himmelsobjekten, die fast alle zum Sternbild Kepheus (lateinisch: Cepheus) gehören. Kepheus ist ein markantes Sternbild des Nordhimmels, das oft mit der Form eines Hauses (einem Viereck mit einer Spitze darauf) verglichen wird.
Hier ist die Aufschlüsselung der von dir genannten Objekte mit ihren deutschen Bezeichnungen und einer kurzen Erklärung:
Die Hauptsterne von Kepheus
- Alderamin (α Cep / 5 Cep): Der hellste Stern im Kepheus. Der Name leitet sich vom Arabischen ab und bedeutet „der rechte Arm“.
- ζ Cep (21 Cep): Ein orangefarbener Überriese, der die linke untere Ecke des „Hauses“ markiert.
- Kabalfird (η Cep / 3 Cep): Ein Unterriese, dessen Name ebenfalls aus dem Arabischen stammt und grob „der Schafsbock“ bedeutet.
- ι Cep (32 Cep): Ein orangefarbener Riesenstern, der einen Teil des Dachs oder der Seitenwand bildet.
- δ Cep (27 Cep): Einer der berühmtesten Sterne am Himmel. Er ist der Prototyp der Delta-Cephei-Veränderlichen. Diese Sterne pulsieren so regelmäßig, dass Astronomen sie nutzen, um Entfernungen im Weltall zu berechnen.
- ϵ Cep (23 Cep): Ein schnell rotierender weißer Hauptreihenstern.
Besondere Sterne und Deep-Sky-Objekte
- Granatstern / Erakis (μ Cep): Einer der größten und leuchtkräftigsten Sterne, die wir kennen. Er leuchtet tiefrot und erhielt seinen Namen „Granatstern“ vom Astronomen Wilhelm Herschel.
- Castula (ν Cep / 10 Cep): Ein blau-weißer Überriese. „Castula“ ist Lateinisch und bedeutet so viel wie „Gürtel“ oder „Lendentuch“.
- Kurhah / Al Kurhah (ξ Cep / 17 Cep): Ein Mehrfachsternsystem. Der Name bedeutet im Arabischen „die Blesse“ (ein weißer Fleck auf der Stirn eines Pferdes).
- 33 Cyg: Ein Stern im benachbarten Sternbild Schwan (Cygnus). Er befindet sich nahe der Grenze zum Kepheus.
- NGC 7380 (Zauberer-Nebel / Wizard Nebula): Dies ist kein einzelner Stern, sondern ein offener Sternhaufen, der in einen Emissionsnebel eingebettet ist. Im Teleskop sieht die Form des Nebels entfernt wie ein Zauberer mit spitzem Hut aus.
Zusammenfassung der Identifikation
| Wissenschaftlicher Name | Deutscher/Gebräuchlicher Name | Objekttyp |
| α Cephei | Alderamin | Hellster Stern im Kepheus |
| μ Cephei | Granatstern | Roter Überriese |
| δ Cephei | Delta Cephei | Pulsierender Veränderlicher |
| ξ Cephei | Kurhah | Mehrfachstern |
| NGC 7380 | Zauberer-Nebel | Sternhaufen & Gasnebel |
Die beiden Sterngiganten auf dem Foto
1. Delta Cephei (δ Cephei): Der kosmische Kilometerzähler
Delta Cephei ist der Namensgeber für die Klasse der Cepheiden. Diese Sterne sind für die Astronomie so wichtig, weil sie als „Standardkerzen“ dienen, um Entfernungen im Universum zu messen.
Wissenschaftliche Daten
- Typ: Gelber Überriese / Pulsationsveränderlicher.
- Spektralklasse: F5 bis G3 (ändert sich während der Pulsation).
- Entfernung: ca. 880 Lichtjahre.
- Leuchtkraft: Etwa 2.000-mal stärker als die Sonne.
Die Perioden-Leuchtkraft-Beziehung
Das Besondere an Delta Cephei ist die präzise Regelmäßigkeit seiner Helligkeitsschwankungen. Er pulsiert in einem Zyklus von 5,366 Tagen.
- Der Mechanismus: In den äußeren Schichten des Sterns staut sich Helium an, das durch die Hitze ionisiert wird und den Stern „undurchsichtig“ macht. Der Strahlungsdruck bläht den Stern auf. Wenn er sich ausdehnt, kühlt er ab, das Helium wird wieder transparent, und der Stern zieht sich unter seiner eigenen Schwerkraft zusammen.
- Bedeutung: Da die Dauer des Pulsschlags direkt mit der absoluten Helligkeit verknüpft ist, können Astronomen messen, wie lange ein Zyklus dauert, daraus die echte Helligkeit berechnen und so bestimmen, wie weit die Galaxie entfernt ist, in der der Stern liegt.
2. Der Granatstern (μ Cephei): Ein sterbender Gigant
μ Cephei verdankt seinen Namen Sir William Herschel, der von seiner tiefroten Farbe fasziniert war. Er ist einer der größten bekannten Sterne unserer Galaxie.
Wissenschaftliche Daten
- Typ: Roter Überriese.
- Radius: Etwa 1.260 bis 1.450 Sonnenradien. Würde man ihn an die Stelle der Sonne setzen, reichte seine Oberfläche bis zwischen die Bahnen von Jupiter und Saturn.
- Leuchtkraft: Ca. 280.000-mal heller als die Sonne (bolometrisch).
- Spektralklasse: M2 Ia.
Das Schicksal eines Hyperriesen
Der Granatstern befindet sich in der finalen Phase seines Lebens. Er hat den Wasserstoff in seinem Kern längst verbraucht und fusioniert nun schwerere Elemente.
- Instabilität: Er ist ein halbregelmäßig veränderlicher Stern. Seine Helligkeit schwankt unvorhersehbar über Zeiträume von mehreren hundert bis tausend Tagen.
- Endstadium: Aufgrund seiner enormen Masse wird μ Cephei nicht friedlich verlöschen, sondern in astronomisch naher Zukunft (in den nächsten paar Millionen Jahren) als Supernova explodieren und vermutlich ein Schwarzes Loch hinterlassen.
Zusammenfassung der Unterschiede
| Merkmal | Delta Cephei | Granatstern (μ Cep) |
| Bedeutung | Distanzmessung (Standardkerze) | Größenrekordhalter |
| Farbe | Gelb-Weiß (variabel) | Tiefes Rubinrot |
| Verhalten | Hochpräzise Pulsation | Irreguläres „Flackern“ |
| Endstadium | Weißer Zwerg (wahrsch.) | Supernova |








