Bretonische Küste birgt uraltes Geheimnis – 7000 Jahre alte Mauer im Atlantik entdeckt

Vor der bretonischen Küste im Westen Frankreichs haben Archäologen eine bemerkenswerte Entdeckung gemacht. Im Meer, nahe der Île de Sein, stießen französische Wissenschaftler auf eine Granitmauer, die etwa 7.000 Jahre alt ist. Die Struktur erstreckt sich über eine Länge von ungefähr 120 Metern. Sie ist rund 20 Meter breit und erreicht eine Höhe von bis zu zwei Metern. Die Mauer liegt heute etwa neun Meter unter dem Meeresspiegel. Radiometrische Analysen legen nahe, dass sie zwischen 5800 und 5300 v. Chr. errichtet wurde. Zu dieser Zeit war der Meeresspiegel deutlich niedriger. Vermutlich befand sich die Mauer ursprünglich über dem Wasser oder zumindest in Küstennähe. Die Archäologen waren überrascht, eine so gut erhaltene Struktur in diesem extremen Umfeld zu finden. Starke Strömungen, hohe Wellen und regelmäßige Stürme prägen diese Region. Normalerweise führen solche Bedingungen zu einer schnellen Erosion von Bauwerken. Dass die Mauer dennoch erhalten blieb, zeigt die massive Bauweise der Steine. Die Granitblöcke scheinen sorgfältig bearbeitet und aufeinander geschichtet worden zu sein. Dies deutet auf ein hohes handwerkliches Können der damaligen Menschen hin. Die genaue Funktion der Mauer ist noch unklar. Möglicherweise diente sie als Fangbarriere für die Fischerei bei Ebbe. Eine andere Theorie besagt, dass sie als Schutz vor steigenden Wassermassen diente. Es könnte auch sein, dass sie Teil einer größeren Siedlungs- oder Wirtschaftsstruktur war. Die Entdeckung wirft ein neues Licht auf das soziale Leben der Küstenbevölkerung vor 7.000 Jahren. Sie zeigt, dass die Menschen bereits über ausgeklügelte Techniken zur Nutzung ihrer Umgebung verfügten. Die Mauer ist damit älter als viele bekannte Megalithen der Region. Dazu gehören die Alignements von Carnac, die deutlich später errichtet wurden. Die Forscher untersuchen nun die Struktur und ihre Umgebung genauer. Ziel ist es, Hinweise auf ihre Funktion und den ursprünglichen Bauplan zu finden. Dabei spielen auch Sedimentproben und Bodenanalysen eine wichtige Rolle. Erste Untersuchungen deuten auf eine geplante und koordinierte Bauweise hin. Dies deutet auf gemeinschaftliches Arbeiten hin. Die Errichtung der Mauer hätte wahrscheinlich mehrere Menschen über einen längeren Zeitraum beschäftigt. Es wird vermutet, dass die Mauer nicht nur funktionalen, sondern auch sozialen Zwecken diente. Sie könnte Treffpunkt oder Grenzmarkierung gewesen sein. Die Entdeckung liefert wichtige Erkenntnisse über die technologische Organisation der damaligen Menschen. Sie zeigt, dass Küstenkulturen schon früh komplexe Bauprojekte umsetzen konnten. Die Forscher planen weitere Tauchgänge und Untersuchungen. Ziel ist es, die Struktur vollständig zu dokumentieren. Dabei sollen auch 3D-Modelle erstellt werden. Die Mauer könnte künftig eine zentrale Rolle bei der Erforschung der prähistorischen Bretagne spielen. Sie gibt Aufschluss über Anpassung an Umweltbedingungen und Nutzung von Ressourcen. Yves Fouquet, Geologe und Forscher, zeigte sich erstaunt über die gute Erhaltung. Die Entdeckung könnte das Verständnis über frühe Küstenkulturen in Europa grundlegend verändern.
Ausführliche, detaillierte Beschreibung
Was wurde gefunden?
Vor der bretonischen Küste, nahe der Île de Sein im Westen Frankreichs, haben Archäologen eine etwa 7.000 Jahre alte Granitmauer auf dem Meeresgrund entdeckt. Die Struktur ist beeindruckende 120 Meter lang, etwa 20 Meter breit und erreicht bis zu zwei Meter Höhe. Sie liegt rund 9 Meter unter dem heutigen Meeresspiegel, was bedeutet, dass sie in prähistorischer Zeit wahrscheinlich über dem Wasser stand.
Die Mauer besteht aus sorgfältig bearbeiteten Granitblöcken, die aufeinander geschichtet wurden, was auf ein hohes handwerkliches Können der damaligen Menschen hinweist. Ihre Lage mitten im offenen Meer deutet darauf hin, dass die Küstenlinie vor 7.000 Jahren deutlich weiter draußen lag und dass Menschen bereits zu dieser Zeit in der Lage waren, massive Steinstrukturen für praktische oder kulturelle Zwecke zu errichten.
Überraschung für die Forscher
Die Entdeckung hat die Wissenschaftler überrascht, weil sie in einem extremen Unterwasserumfeld gemacht wurde, das von starken Strömungen, hohen Wellen und häufigen Stürmen geprägt ist. Dass eine so alte Konstruktion dort gut erhalten geblieben ist, war nicht zu erwarten.
Normalerweise führen solche Bedingungen dazu, dass Strukturen im Laufe der Jahrtausende abgetragen, verschoben oder zerstört werden. Die Tatsache, dass die Mauer heute noch deutlich erkennbar ist, zeigt, wie stabil und massiv sie gebaut wurde und wie gut die damaligen Menschen Materialien und Bauweise auf ihre Umgebung abstimmen konnten.
Diese Erhaltung ermöglicht es den Archäologen heute, Details der Bauweise, Steinauswahl und Technik zu analysieren und Rückschlüsse auf die Fähigkeiten und das Wissen der damaligen Küstenbevölkerung zu ziehen.
Alter und Zeitpunkt
Radiometrische Datierungen weisen darauf hin, dass die Mauer zwischen ca. 5800 und 5300 v. Chr. errichtet wurde. Zu dieser Zeit befand sich Europa im Mesolithikum, der Übergangszeit von nomadischen Jäger- und Sammlergesellschaften zu sesshaften neolithischen Kulturen.
Der Meeresspiegel lag damals deutlich niedriger, sodass die heute unter Wasser liegende Mauer ursprünglich über dem Wasser stand oder sich zumindest in Küstennähe befand. Diese zeitliche Einordnung macht die Mauer besonders interessant, da sie eine der ältesten bekannten Steinkonstruktionen Europas darstellt und einen seltenen Einblick in die frühgeschichtliche Nutzung von Küstengebieten gibt.
Wozu könnte sie gedient haben?
Die ursprüngliche Funktion der Mauer ist noch unklar, aber Archäologen haben mehrere plausible Hypothesen:
- Fischfangstrukturen: Die Mauer könnte als Fangbarriere bei Ebbe gedient haben, um Fische in bestimmten Bereichen zu sammeln oder zu leiten.
- Schutz vor Wasser: Sie könnte als Damm oder Schutzwall gegen das steigende Wasser oder saisonale Überflutungen gebaut worden sein.
- Teil einer größeren Siedlungsstruktur: Die Mauer könnte ein Element einer Siedlung oder wirtschaftlichen Anlage gewesen sein, z. B. um bestimmte Bereiche abzugrenzen oder Gemeinschaftsflächen zu markieren.
Diese Theorien zeigen, dass die Mauer praktische, wirtschaftliche und vielleicht auch soziale Funktionen erfüllt haben könnte, ähnlich wie spätere Megalithen und Küstenstrukturen.
Bedeutung
Die Entdeckung ist von außerordentlicher Bedeutung für die Archäologie und die Erforschung früher Küstenkulturen. Sie liefert neue Einblicke in:
- Technologische Fähigkeiten: Wie Menschen vor 7.000 Jahren Steine bearbeiteten, transportierten und aufeinander schichteten.
- Soziale Organisation: Der Bau einer so großen Struktur deutet auf kooperative Arbeit und geplante Gemeinschaftsaktivitäten hin.
- Lebensweise an der Küste: Nutzung von Küsten und Ressourcen, Anpassung an Meeresspiegelveränderungen und die Interaktion mit der natürlichen Umgebung.
Die Mauer existierte lange bevor die berühmten Alignements von Carnac errichtet wurden, was zeigt, dass organisierte Steinbauten in der Bretagne bereits Jahrtausende früher Teil der menschlichen Kultur waren.
Wissenschaftliche Einordnung der 7.000 Jahre alten Mauer vor der Bretagne
Die unterseeische Granitmauer vor der bretonischen Küste wurde auf etwa 7.000 Jahre vor heute datiert. Zu dieser Zeit befand sich Europa noch im Mesolithikum, einer Übergangsphase zwischen der nomadischen Jäger- und Sammlerkultur und der sesshaften neolithischen Lebensweise. Der Meeresspiegel lag damals mehrere Meter niedriger als heute – große Teile der heutigen Küstenregionen waren Landflächen, auf denen Menschen siedelten, jagten und fischten.
Die Mauer könnte daher ursprünglich über Wasser gestanden haben und hatte vermutlich eine wirtschaftliche oder soziale Funktion. Archäologen vermuten, dass sie als Fischfangbarriere diente, um die Strömungen und Ebbe-Flut-Zyklen für die Fischerei zu nutzen, oder als Teil einer Siedlungsstruktur, die den Menschen Schutz bot oder das Land abgrenzte.
Die Erhaltung unter Wasser ist bemerkenswert: Starke Strömungen, Stürme und die ständige Bewegung des Meeres haben die Struktur nicht zerstört, was auf die massive Bauweise aus Granit hinweist. Die Entdeckung liefert damit wertvolle Einblicke in die Ingenieurskunst und Organisation früher Küstenkulturen, lange bevor berühmte Megalithen wie die Alignements von Carnac errichtet wurden.
Rekonstruktion der Küstenlandschaft vor 7.000 Jahren
- Meeresspiegel: Mehrere Meter niedriger, Küstenlinie deutlich weiter außen im Atlantik.
- Landflächen: Heute unter Wasser liegende Gebiete waren damals begehbar, wahrscheinlich mit kleinen Wäldern, Sümpfen und Flussläufen.
- Menschliche Nutzung: Jagd, Fischerei, Sammeln, vermutlich erste Ansätze landwirtschaftlicher Nutzung.
- Siedlungsform: Kleine, verstreute Gemeinschaften; mögliche saisonale oder dauerhafte Siedlungen nahe der Küste.
Übersicht zu diesem bemerkenswerten archäologischen Fund vor der französischen Küste
| Kategorie | Details |
| Ort | Atlantik, vor der Küste der Bretagne (Frankreich) |
| Material | Granit |
| Alter der Struktur | Etwa 7000 Jahre (Neolithikum) |
| Länge der Mauer | 120 Meter |
| Beteiligte Experten | Französische Wissenschaftler und Geologe Yves Fouquet |
| Besonderheit | Überraschend guter Erhaltungszustand trotz extremer Meeresbedingungen |
| Umweltfaktoren | Starke Strömungen, Wellengang und heftige Stürme |





