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Die Sternbilder der Nordhalbkugel – Himmlische Muster voller Bedeutung

Die Sternbilder der Nordhalbkugel

Der nördliche Sternenhimmel präsentiert ein faszinierendes Panorama von Konstellationen, das sich je nach Jahreszeit stetig wandelt, aber auch einige unveränderliche Orientierungspunkte bietet. Zentral für die Beobachtung ist der Bereich der zirkumpolaren Sternbilder, die in unseren Breitengraden niemals unter den Horizont sinken. Diese sind fundamental für die Navigation und umfassen so bekannte Figuren wie den Großen Bären, dessen auffälligste sieben Sterne den Großen Wagen bilden.

Der Große Wagen ist nicht nur ein eigenständiges Muster, sondern dient als Wegweiser zum Polarstern, der die Spitze des Deichselendes im Kleinen Bären markiert. Der Polarstern steht nahezu exakt am Himmelsnordpol und ist somit der ruhende Drehpunkt, um den sich der gesamte nördliche Sternenhimmel scheinbar bewegt. Ihm gegenüber am Himmel findet sich das auffällige „W“ oder „M“ der Kassiopeia, einer weiteren Schlüsselkonstellation, die ebenfalls zirkumpolar ist und das himmlische Gegengewicht zum Großen Bären bildet.

Die meisten anderen Sternbilder sind saisonal und ziehen im Laufe des Jahres über den Himmel. Im Winter dominiert eine Ansammlung von besonders hellen Sternen, die den Winterhimmel zum leuchtkräftigsten des Jahres machen. Hier sticht der Orion hervor, der Jäger, mit seinen drei Gürtelsternen und den hellen Riesen Rigel und Beteigeuze. Er wird von weiteren imposanten Konstellationen wie dem Stier mit den Plejaden und den Hyaden sowie den Zwillingen flankiert.

Wenn der Frühling naht, verschiebt sich der Fokus zu Sternbildern wie dem Löwen, dessen helle Sterne eine markante Sichelform bilden. Auch der Bärenhüter mit dem leuchtenden Arktur steigt in den Osten empor und kündigt die wärmeren Monate an.

Der Sommerhimmel ist durch das markante Sommerdreieck definiert, das aus den sehr hellen Sternen Deneb im Schwan, Wega in der Leier und Altair im Adler gebildet wird. Dieses Muster ist in klaren Sommernächten ein unübersehbarer Anblick hoch am Zenit und zieht sich durch die Milchstraße, die in diesem Bereich besonders dicht und beeindruckend erscheint.

Schließlich leiten uns die Herbststernbilder in die kältere Jahreszeit über. Das große Pegasus-Quadrat dominiert den östlichen Himmel im Herbst und dient als Ausgangspunkt, um die benachbarte Andromeda zu finden. Die Andromeda ist bemerkenswert, da sie die Heimat der berühmten Andromeda-Galaxie ist, dem am weitesten entfernten Objekt, das unter guten Bedingungen noch mit bloßem Auge gesehen werden kann. Diese dynamische Vielfalt ermöglicht es dem Beobachter, das ganze Jahr über neue himmlische Geschichten und Muster zu entdecken. Die nördliche Hemisphäre bietet somit eine reichhaltige und historisch bedeutsame Kulisse für die Astronomie.

Die Sternbilder der Nordhalbkugel

Die Nordhalbkugel hat viele bekannte und leicht identifizierbare Sternbilder, darunter auch die sogenannten zirkumpolaren Sternbilder, die von Mitteleuropa aus gesehen niemals untergehen.

Zirkumpolare Sternbilder (Ganzjährig sichtbar)

Diese Sternbilder sind besonders wichtig, da sie immer am Nordhimmel zu finden sind und zur Orientierung dienen.

  • Großer Bär (Ursa Major): Dieses ist wohl das bekannteste. Sein markantester Teil ist der Große Wagen, dessen Verlängerung der Deichselspitze zum Polarstern im Kleinen Bären weist.
  • Kleiner Bär (Ursa Minor): Beinhaltet den Polarstern (Polaris), der fast exakt den Himmelsnordpol markiert und als Fixpunkt für die Himmelsbeobachtung dient. Das Sternbild sieht aus wie der Kleine Wagen.
  • Kassiopeia (Cassiopeia): Markant durch seine Form, die an ein großes „W“ oder „M“ erinnert, je nach Position am Himmel. Es steht dem Großen Bären gegenüber.
  • Kepheus (Cepheus): Ein unauffälligeres, aber wichtiges Sternbild in der Nähe des Kleinen Bären, oft als Fünfeck oder Hausform dargestellt.
  • Drache (Draco): Ein sehr ausgedehntes Sternbild, das sich zwischen dem Großen und dem Kleinen Bären und um Kepheus und Kassiopeia windet.

Saisonale Sternbilder

Die Sternbilder, die nicht zirkumpolar sind, sind zu bestimmten Jahreszeiten am besten zu beobachten, da sie dann am Abendhimmel am höchsten stehen:

Winter-Sternbilder (Am besten sichtbar: Dez. – Feb.)

Der Winterhimmel ist der hellste von allen und wird von dem berühmten Wintersechseck dominiert.

  • Orion (Orion): Der berühmte Jäger, erkennbar am markanten Oriongürtel aus drei Sternen und den hellen Sternen Rigel (unten links) und Beteigeuze (oben rechts).
  • Großer Hund (Canis Major): Beherbergt den hellsten Stern des gesamten Nachthimmels, Sirius.
  • Stier (Taurus): Mit dem orangefarbenen Riesenstern Aldebaran und den beiden Sternhaufen Plejaden (Siebengestirn) und Hyaden.
  • Fuhrmann (Auriga): Mit dem hellen, gelblichen Stern Capella.
  • Zwillinge (Gemini): Die hellen Hauptsterne sind Kastor und Pollux.

Frühlings-Sternbilder (Am besten sichtbar: März – Mai)

  • Löwe (Leo): Leicht erkennbar an der Form einer Sichel oder eines liegenden Fragezeichens, dessen hellster Stern Regulus ist.
  • Bärenhüter (Bootes): Beinhaltet den hellen, orangefarbenen Stern Arktur, der dritthellste Stern am gesamten Nachthimmel.
  • Jungfrau (Virgo): Ein großes Tierkreiszeichen mit dem hellen Stern Spica.
  • Haar der Berenike (Coma Berenices): Enthält einen großen, lockeren Sternhaufen.

Sommer-Sternbilder (Am besten sichtbar: Juni – Aug.)

Der Sommerhimmel wird vom Sommerdreieck dominiert, das aus drei sehr hellen Sternen besteht.

  • Schwan (Cygnus): Ein großer Stern, der die Spitze bildet, Deneb, gehört zum Sommerdreieck. Die Form ähnelt einem Kreuz (auch Nordkreuz genannt).
  • Leier (Lyra): Enthält den hellen Stern Wega, den zweiten Eckpunkt des Sommerdreiecks.
  • Adler (Aquila): Enthält den hellen Stern Altair, den dritten Eckpunkt des Sommerdreiecks.
  • Herkules (Hercules): Ein großes Sternbild, erkennbar an einem Trapez oder H-förmigen Sternmuster.
  • Schlangenträger (Ophiuchus): Ein großes, ausgedehntes Sternbild, durch das die Ekliptik (Sonnenbahn) verläuft.

Herbst-Sternbilder (Am besten sichtbar: Sep. – Nov.)

  • Pegasus (Pegasus): Gut erkennbar an dem großen Pegasus-Quadrat.
  • Andromeda (Andromeda): Schließt sich an das Pegasus-Quadrat an. Dieses Sternbild beherbergt die berühmte Andromeda-Galaxie (M31), die unter guten Bedingungen mit bloßem Auge sichtbar ist.
  • Fische (Pisces): Ein sehr ausgedehntes und unauffälliges Tierkreiszeichen.
  • Widder (Aries): Ein kleineres, aber markantes Tierkreiszeichen.

Was ist der Unterschied?

BegriffBeschreibung
Sternbild (Konstellation)Eine offizielle Flächeneinteilung des Himmels durch die IAU (Internationale Astronomische Union). Es gibt 88 offizielle Sternbilder, die den gesamten Himmel abdecken.
Zirkumpolares SternbildSternbilder, die in einer bestimmten geografischen Breite (z.B. in Mitteleuropa) niemals unter den Horizont sinken, sondern sich immer um den Himmelspol drehen.
AsterismusEine inoffizielle, bekannte Sternmustergruppe innerhalb oder über mehrere Sternbilder hinweg (z.B. der Große Wagen ist nur ein Teil des Sternbildes Großer Bär).

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