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Immer mehr ferne Planeten

Bildmontage: Ferner Exoplanet vor seinem Stern.

Schon der Dominikanermönch Giordano Bruno schrieb im Jahre 1584 in einer Abhandlung über die Unendlichkeit des Universums, dass unsere Erde keineswegs einzigartig sei und es zahllose Sonnen und zahllose Erde gäbe, die alle genauso als Trabanten um ihre Sonnen kreisen wie unsere Erde. Heute, Jahrhunderte später bewahrheiten sich die Visionen des damals als Ketzer abgestempelten Dominikanermönchs, zumindest was die Existenz ferner Planeten betrifft. Seit 1995 haben Astronomen außerhalb unseres Sonnensystems über fünfzig Planeten entdeckt.

Allein im Jahr 2000 wurden rund dreißig Planeten außerhalb unseres Solarsystems ausfindig gemacht. Uns Menschen treibt wohl nur eines zu der Suche nach solchen Planeten, nämlich diese, ob wir Menschen allein in den Weiten des Universums existieren oder ob noch andere Intelligenzen existieren. Doch von den bislang über 50 Planeten, die während der letzten Jahre von den Astronomen entdeckt wurden, schein keiner unserer Erde zu gleichen. Alle samt sind deutlich schwerer als die Erde, einige davon sogar 10 mal schwerer als Jupiter, der mit 318 Erdmassen der größte und schwerste Planet in unserem Sonnensystem ist. Viele der neuentdeckten Planeten umkreisen ihre "Sonnen" mehr oder weniger auf ovalen als auf kreisförmigen Bahnen und haben sehr kurze Umlaufzeiten. Bei den dort herrschenden Oberflächentemperaturen von mehreren tausend Grad Celsius kann ein uns bekanntes Leben nicht existieren.

Nun solche Planeten aufzuspüren ist nicht ganz einfach. Weil Planeten generell selbst kaum leuchten, sondern die Strahlung ihrer "Sonnen" nur reflektieren, gehen sie im milliardenfach helleren Licht ihrer "Sonne" vollkommen unter. Mit Teleskopen kann man hier also nicht sehr viel erreichen. Die erfolgreichste Methode solche Planeten zu finden ist, sich den Gesetzen der Schwerkraft zu bemächtigen. Mit ihrer Gravitation zerren die Trabanten so an ihrem Mutterstern, dass er dabei auf eine kleine Kreisbahn gedrängt wird. Man muss sich das bildlich so vorstellen, als ob der Planet und sein Stern hier ein Tänzchen wagen würden. Hier bewegt sich der Stern mal auf den Planeten zu und dann wieder von ihm weg. Die Geschwindigkeit dieser Vor- und- Rückwärtsbewegung können die Astronomen messen, allerdings nur wenn sie hoch genug ist.

Natürlich können dies nur Riesenplaneten. Ein Planet der Größenordnung unserer Erde würde ein Tänzchen mit seiner "Sonne" nicht zustande bringen. Aussagen über die chemische Zusammensetzung der Planeten können mit der indirekten Suchtechnik nicht getroffen werden. Um hier etwas weiter ins Detail zu gehen, muss das schwache Licht der Planeten eingefangen und in seine Farbkomponenten zerlegen werden. Damit kann man unter Umständen dann herausfinden ob es Wasser oder gar Luft zum Atmen gibt. Aus diesem bunten Strahlungsspektrum kann abgelesen werden, aus was die Gashülle des Planeten besteht. Doch bis wir hier einen Beweis für extraterrestrischen Leben erhalten werden, oder auch nicht, wird noch einige Zeit ins Land gehen.


Artikel vom 28.02.2001

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