Internationale Raumstation ISS

Int. Raumstation ISS

Bildquelle: ESA

Die internationale Raumstation „ISS“ ist mit einer derzeitigen Länge von 52 Metern, einer Höhe von 27 Metern und einer Spannweite von 73 Metern, das ist die Spannweite der Solarzellenflächen, das bisher größte von Menschen geschaffene Objekt im Weltraum. Nach ihrer Fertigstellung wird die Raumstation eine Länge von 100 Metern und eine Breite von 80 Metern haben. Ihre Größe entspricht dann in etwa der Größe eines Fußballfeldes. Den Zusammenbau der Raumstation, der im Jahr 1998 begann, kann man sich wie ein Puzzle vorstellen.

Da ein Objekt mit diesen Ausmaßen nicht auf einmal ins All geschickt werden kann, wird die ISS Stück für Stück fertiggestellt. Dabei werden bis zur entgültigen Fertigstellung etwa 50 Flüge nötig sein, um alle Teile der Station ins All zu bringen. Sie ist ein fliegendes Labor und zugleich der Außenposten der Menschheit im Weltraum. Seit dem Ersteinsatz am 2. November 2000 forschen ständig Astronauten im All auf der ISS. Die Raumstation wird von den USA, Russlands, den Mitgliedsstaaten der europäischen Weltraumorganisation ESA sowie Kanada und Japan betrieben. Innerhalb der ESA ist Deutschland der wichtigste ISS-Partner und finanziert 41 Prozent der europäischen Infrastruktur. Die DLR Raumfahrt-Agentur koordiniert die deutschen Beiträge zu den einzelnen ISS-Programmen der ESA bezogen auf Aufbau, Betrieb und Nutzung der Raumstation. Zu diesen Aufgaben gehören das Forschungslabor Columbus, die Planung und Durchführung des Nutzungs- und Betriebsprogramms, der Astronauteneinsatz, der Betrieb des Columbus-Kontrollzentrums in Oberpfaffenhofen bei München, die Entwicklung des Logistik-Fahrzeugs ATV (Automated Transfer Vehicle), das Datenmanagementsystem des russischen Moduls Zarya sowie der Roboterarm (ERA) des russischen Teils der Station.
Seit Beginn der wissenschaftlichen Nutzung der ISS im Jahr 2001 sind Deutsche Wissenschaftler mit dabei. Von ihnen wurden seither zahlreiche Experimente insbesondere zur Untersuchung des menschlichen Gleichgewichtssystems, der Plasmaforschung, der Strahlenbiologie sowie der Züchtung von Proteinkristallen durchgeführt.

Helles Objekt am nächtlichen Himmel

Die Raumstation ISS ist nach dem Mond und der Venus das hellste Objekt, dass wir am nächtlichen Himmel bewundern können. Sie umrundet die Erde auf einer elliptischen Umlaufbahn in etwa 350 – 400 Kilometern Höhe und erreicht dabei eine Geschwindigkeit von 28.000 Kilometern pro Stunde. Das heißt, dass sie für eine Umrundung unseres Planeten etwa 90 Minuten benötigt.
Wir können von der Erde aus die ISS mit bloßem Auge beobachten. Dazu müssen jedoch einige Voraussetzungen erfüllt sein. Zum einen muss es Nacht sein und der Himmel darf nicht wolkenverhangen sein. Da die ESA die Position der ISS für jeden beliebigen Zeitpunkt vorausberechnen kann, ist es relativ einfach zum richtigen Zeitpunkt in den Himmel zu blicken und die Raumstation zu erspähen.

Langzeitaufenthalt von ESA-Astronaut Thomas Reiter

Astronaut Thomas Reiter

Bildquelle: ESA

Am 4. Juli 2006 startete der deutsche ESA-Astronaut Thomas Reiter mit dem Space-Shuttle „Discovery“ zur internationalen Raumstation ISS. Damit waren nach dem tragischen Unglück der Raumfähre „Columbia“ im Februar 2003 wieder 3 ständige Besatzungsmitglieder an Bord der ISS. Thomas Reiter erledigte an Bord der ISS eine Vielzahl an Wartungsaufgaben und Forschungsexperimenten.

Reiter und sein US-Amerikanischer NASA-Kollege Jeffrey Williams verließen am 3. August 2006 die Raumstation für 5 Stunden und 54 Minuten, um eine neue Ausrüstung für den weiteren Zusammenbau der Raumstation sowie zahlreiche Instrumente anzubringen. Für Reiter war dies jedoch nicht der erste Langzeitaufenthalt im All. Am 3. September 1995 startete er zusammen mit seinen russischen Kollegen Gidsenko und Awdejew mit der russischen Sojus TM-22 zur Raumstation Mir. Am 20. Oktober 2006 unternahm er mit dem Kosmonauten Awdejew seinen ersten Ausstieg ins All, der 5 Stunden dauerte. Anfang Februar 1996 stieg er ein zweites Mal aus, diesmal mit Kommandant Gidsenko. Dieser Ausstieg dauerte 3 Stunden. Thomas Reiter und seine beiden russischen Kollegen verbrachten insgesamt 176 Tage, 20 Stunden und 50 Minuten an Bord der Mir. Am 29. Februar 1996 traten die drei ihren Rückflug an und landeten nach 179 Tagen im All wieder auf der Erde. Mit der Landung in Kasachstan stellte Reiter einen weiteren Rekord auf, denn Sojus TM-22 war der längste Flug eines nichtrussischen Kosmonauten.

Ihr Feedback zu diesem Artikel...

0 Kommentare




Bücher und DVDs zum Thema