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Geheimnisvolle Venus

Unser Nachbarplanet Venus

Unser Nachbarplanet Venus. In ihren Ausmassen ist die Venus nur geringfügig kleiner als unsere Erde. Daher wird hier auch oft von unserem Schwesterplaneten gesprochen.

Am 20. November 1999 machte der Molekularphysiker Dr. Tom G. Slanger mit Hilfe eines Teleskops, dessen Durchmesser 10 Meter betrug, auf der dunklen Nachtseite der Venus eine überraschende Entdeckung. Er bemerkte ein glühendes Leuchten von sichtbarem Licht, das von der Atmosphäre unseres Nachbarplaneten abgestrahlt wurde. Die Venus wurde zwar schon seit über drei Jahrzehnten mit Teleskopen und Raumsonden untersucht, doch offenbar war die Strahlung zu gering, um mit herkömmlichen Spiegeln entdeckt zu werden. Erst mit dem Keck Teleskop am Mauna Kea auf Hawaii, dessen Durchmesser wie schon erwähnt 10 Meter beträgt und über ein Hires Spectrometer, war es Dr. Slanger möglich, diese Strahlung zu entdecken.

Offenbar handelt es sich bei dieser Strahlung um diffuse Emissionen aus der oberen Atmosphäre der Venus. Es ähnelt dabei dem uns bekannten Leuchten während einer Morgen- oder Abendröte bei uns auf der Erde. In der Atmosphäre unserer Erde spielt Sauerstoff eine wesentliche Rolle. Doch in der sehr dichten in der Hauptsache aus Kohlendioxid bestehenden Atmosphäre der Venus existiert so gut wie kein freier Sauerstoff. Lediglich auf der Tagseite unseres Nachbarplaneten vollzieht sich ein Prozess, wobei durch die ultraviolette Strahlung der Sonne Kohlendioxyd in Kohlenmonoxyd- und Sauerstoffatome aufgespalten wird. Das glühende Leuchten jedoch wurde ja auf der Nachtseite der Venus beobachtet. Hierbei müssen die Sauerstoffatome von der Tagseite zur Nachtseite transportiert worden sein.

Dies lässt sich eigentlich nur durch dort herrschende Winde erklären. Sind dann eben jene Sauerstoffatome auf der Nachtseite angekommen, müssen diese zusätzliche Energie aufnehmen, um zu leuchten. Dieser Vorgang ist ähnlich dem auf unserer Erde, wenn es in unserer Atmosphäre zu Zusammenstößen mit energetischen Elektronen des Sonnenwindes kommt. Da die Venus über kein permanentes Magnetfeld verfügt, um die Elektronen des Sonnenwindes von der Tag- auf die Nachtseite zu befördern und auch zu geringe Mengen von O2 Molekülen vorhanden sind, um ähnliche Vorgänge wie auf unserem Planeten entstehen zu lassen, sind die Vorgänge auf der Venus den Wissenschaftlern immer noch ein Rätsel. Zusätzliche Analysen sollen hier helfen, etwas Licht in das Dunkel zu bringen.

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