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Die vier größten Jupitermonde

Jupiter ist der innerste der Gasriesen unseres Sonnensystems. Mit einem Durchmesser von 142.984 km ist er auch der größte Planet der die Sonne umkreist. Seine Masse entspricht annähernd 318 Erdmassen. Damit besitzt er 2 ½ mal soviel Masse, wie die 8 übrigen Planeten im Sonnensystem zusammen. Auch hat er ein schwach ausgeprägtes Ringsystem, dass von der Sonde Voyager 1 im Jahr 1979 erstmals fotografiert wurde. Der Riesenplanet besitzt auch 63 bisher bekannte Monde, von denen hier die 4 größten genauer betrachtet werden.

Liste aller 63 bekannten Jupitermonde

Der Jupitermond "Io"

Jupitermond "Io"

Io ist der innerste der großen Jupitermonde. Io ist der Himmelskörper in unserem Sonnensystem mit dem größten Vulkanismus. Entdeckt wurde Io vom italienischen Gelehrten Galileo Galilei im Jahre 1610 mit einem einfachen Fernrohr. Io und die drei anderen großen Jupitermonde Kallisto, Ganymed und Europa werden daher auch die galileischen Monde genannt. Der Jupitermond Io hat einen Durchmesser von 3.642 km und eine Dichte von 3,56 g/cm⊃3.

Der Kern des Mondes hat einen Durchmesser von mindestens 900 km und ist überwiegend aus Eisen. Auf Io ist im Gegensatz zu den anderen drei galileischen Monden kein Wasser vorhanden. Dies ist möglicherweise darauf zurückzuführen, dass der Planet Jupiter in seiner Entstehung sehr hohen Temperaturen ausgesetzt war und weil Io dem Planeten am nächsten war, das Wasser von dort entwich. Io umkreist seinen Planeten in einem Abstand von 421.600 km. Also nicht unwesentlich weiter, als unser Mond die Erde umrundet. Für eine Rotation um seine eigene Achse benötigt er 1 Tag 18 Stunden und 28 Minuten. Seine Bahn ist 0,0018 exzentrisch und hat gegenüber der Äquatorebene des Jupiter eine Neigung von 0,04 Grad. Die Oberflächentemperatur beträgt im Schnitt -143 Grad Celsius.
Wie schon erwähnt, hat Io den aktivsten Vulkanismus in unserem Sonnensystem. Doch sollte man sich dies nicht mit aktiven Vulkanen mit Kratern wie auf der Erde vorstellen. Auf Io ist vielmehr die gesamte Oberfläche einer ständigen vulkanischen Aktivität unterworfen. Bei dort entstehenden Eruptionen werden Schwefel und Schwefeldioxid durch die geringe Schwerkraft bis zu 300 km hochgeschleudert.
Io’s Oberfläche ist relativ eben und weist kaum Höhenunterschiede von einem Kilometer auf. Doch gibt es auch Berge, die jedoch nicht vulkanischen Ursprungs sind. Sie sind vermutlich durch Tektonik entstanden. Am markantesten auf der Oberfläche des Mondes sind jedoch Hunderte vulkanischer Calderen, die mehrere Kilometer tief und bis zu 400 km groß sein können. Auch findet man auf Io Seen mit geschmolzenem Schwefel.
Die Atmosphäre des Io ist sehr dünn und besteht überwiegend aus Schwefeldioxid. Sie reicht in eine Höhe von 120 km. Die Ionosphäre hingegen reicht in eine Höhe bis etwa 700 km und besteht aus Schwefel-, Sauerstoff- und Natriumionen.

Der Jupitermond "Europa"

Jupitermond "Europa"

Die Entdeckung des Jupitermondes Europa wird ebenfalls dem italienischen Gelehrten Galileo Galilei zuerkannt. Er hat den Mond Europa im Jahre 1610 zusammen mit den drei anderen großen Jupitermonden entdeckt. Europa ist der kleinste der vier großen galileischen Monden des Jupiter. Er ist nach Io der zweite vom Jupiter entfernte große Mond. Europa besitzt einen Durchmesser von 3.122 km und weist eine Dichte von 3,01 g/cm3 auf.

Da der Jupitermond Europa überwiegend aus silikatischem Gestein besteht, gleicht er in seinem Aufbau weitgehend den erdähnlichen Planeten. Auch weist er eine äußere Schicht von 100 km auf, die aus Wasser besteht. Sein Eisenkern dagegen ist relativ klein. Seine von Furchen durchzogene Oberfläche ist ohne größere Erhebungen. Es gibt kaum Strukturen, die sich einige hundert Meter erheben. Der Mond weist einen mittleren Abstand von 679.900 km zu Jupiter auf und benötigt 3 Tage 13 Stunden und 15 Minuten für einen Umlauf. Die Exzentrik seiner Bahn ist 0,0101 und um 0,47 Grad der Äquatorebene des Jupiter geneigt.
Aus der geringen Verkraterung Europas und der Einschlaghäufigkeit von Asteroiden und Meteoren schätzt man sein Alter auf nur 30 Mio. Jahre. Die relativ flachen Strukturen des Mondes erinnern sehr stark an die Polarregionen unserer Erde. Wissenschaftler vermuten, dass sich unter der Kruste aus Wassereis ein Ozean mit einer Tiefe von bis zu 90 km befindet. Auch soll auf Europa eine dünne Atmosphäre aus Sauerstoff vorhanden sein. Es wird darüber spekuliert, ob auf Europa bestimmte Lebensformen vorhanden sein könnten, da ja auch auf unserer Erde Lebensformen entdeckt wurden, die unter extremsten Bedingungen existieren können.

Der Jupitermond "Ganymed"

Jupitermond "Ganymend"

Ganymed ist der größte Mond des Planeten Jupiter. Er ist auch noch größer als der Saturnmond Titan und somit der größte Mond des Sonnensystems. Mit einem Durchmesser von 5.268 km ist er sogar noch größer als der Planet Merkur. Seine Dichte hingegen ist mit nur 1,936 g/cm3 sehr gering. Er ist der dritte große Mond vom Jupiter aus gesehen. Seine Entdeckung soll ebenfalls auf Galilei im Jahre 1610 zurückgehen.

Ganymed ist aus vier Schichten aufgebaut. Er hat einen relativ kleine Kern aus Eisen und Eisensulfid und ist von einem Mantel aus silikatischem Gestein umgeben. Darüber liegt noch eine Schicht aus Wassereis und eine harte Eiskruste. Ansonsten ist Ganymed ähnlich aufgebaut wie Io nur mit dem Unterschied, dass er von einer Eiskruste umgeben ist. Ganymeds Oberfläche kann man in zwei unterschiedliche Regionen unterteilen. Zum einen eine geologisch sehr alte und dunkle Region mit einer großen Anzahl an Kratern und zum anderen eine etwas jüngere, helle Region mit großen Verwerfungen und Gräben. Beide Regionen sind Tektonik zurückzuführen. Das Alter von Ganymed ist etwa vergleichbar mit dem Alter unseres Mondes und liegt bei 3 – 3,5 Mrd. Jahren.
Ganymed umkreist Jupiter mit einem mittleren Abstand von 1.070.600 km. Er benötigt dafür 7 Tage 3 Stunden und 43 Minuten. Seine Bahn hat eine Exzentrik von 0,0015 und ist gegenüber der Äquatorebene des Jupiter um 0,195 Grad geneigt.

Der Jupitermond "Kallisto"

Jupitermond "Kallisto"

Kallisto ist der äußerste der vier großen Monde des Planeten Jupiter. Kallistos Entdeckung wird, wie die anderen drei Monde, ebenfalls dem italienischen Gelehrten Galileo Galilei im Jahre 1610 zugesprochen. Kallisto weist einen mittleren Durchmesser von 4.821 km auf. Seine mittlere Dichte beträgt 1,851 g/cm⊃3;. Kallisto rotiert in 16 Tagen 16 Stunden und 32 Minuten um die eigene Achse.

Seine Umlaufzeit um Jupiter beträgt 16,7 Tage, dabei umkreist er Jupiter in einem mittleren Abstand von 1.833.000 km. Seine Bahn hat eine Exzentrizität von 0,007 und seine Bahn hat eine Neigung von 0,281 Grad gegenüber der Äquatorebene des Jupiter. Das Alter von Kallisto wird auf ca. 4 Milliarden Jahre geschätzt. Er war seit diesem Zeitraum keiner größeren Veränderung mehr unterworfen und geologisch nicht mehr aktiv. Das Innere des Mondes besteht aus ca. 60 % silikatischem Gestein und 40 % Wassereis. Die Atmosphäre von Kallisto ist äußerst dünn, und besteht vorwiegend aus Kohlendioxid. Im Gegensatz zu seinem benachbarten Mond Ganymed mit seiner auffälligen Oberfläche weist Kallisto keine Anzeichen von Plattentektonik auf. Die Oberfläche von Kallisto liegt auf einer dicken Eisschicht von 200 km. Darunter befindet sich wahrscheinlich ein Ozean aus flüssigem Salzwasser mit einer Tiefe von 10.000 m.

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