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Deorbitierung der Mir

Das Ende der russischen Raumstation “Mir” - Die Deorbitierung der “Mir” in einer chronologischen Übersicht

13. März 2001

Die russische Raumstation Mir

Die russische Raumstation Mir umkreist die Erde derzeit noch in einer mittleren Höhe von 244 Kilometern. Das heißt, sie ist im Perigäum (Erdnächster Punkt der Umlaufbahn) nur noch 238 Kilometer über der Erdoberfläche und im Apogäum (Entferntester Punkt der Umlaufbahn) 248 Kilometer. Während ihrer Umkreisung um die Erde dreht sich die Raumstation langsam zwei mal pro Stunde um ihre eigene Längsachse. Die Flughöhe der Mir auf ihrer Umlaufbahn um die Erde nimmt derzeit pro Tag um 2 Kilometer ab.

Die Bordsysteme der Mir werden regelmäßig vom russischen Kontrollzentrum aus kontrolliert und arbeiten nominal. Vom Kontrollzentrum aus wurde der Zentralrechner der Raumstation hochgefahren und mit neuer Software und neuen Daten gespeist. Die Mir wird durch die Restatmosphäre der Erde natürlich abgebremst, bis ihre Umlaufbahn eine mittlere Höhe von 220 Kilometern erreicht, dies wird zwischen dem 20. und dem 23. März erwartet. Durch das Kontrollzentrum bei Moskau wird erst beim Erreichen dieser Umlaufbahnhöhe aktiv eingegriffen.

17. März 2001

Wenn die Berechnungen der russischen Raumfahrt-Experten zutreffen, sollen die glühend heißen Teile der Raumstation "Mir" am 22. März 2001 um 7.21 Uhr MEZ in den Südpazifik stürzen. Einem vorläufigen Plan zufolge soll es um 1.32 Uhr einen ersten finalen Bremsimpuls geben. Zu diesem Zeitpunkt soll sich die 140 Tonnen schwere Raumstation "Mir" nur noch 220 Kilometer über der Erde befinden. Bedingt durch die unterschiedliche Dichte der Erdatmosphäre kann es jedoch noch immer zu Abweichungen vom vorausberechneten Zeitplan kommen. Seitens der Experten ist eine Abweichung von +/- einem Tag möglich.
Wer den Absturz mit eigenen Augen verfolgen will, jedoch die 10.000 US$ zu teuer sind, die eine amerikanische Firma für einen Charterflug in den Südpazifik abverlangt, kann das Ereignis auch im Web verfolgen.

21. März 2001

Die Umlaufbahn der russischen Raumstation "Mir" ist derzeit in einer Höhe von 217 Kilometer im Perigäum (erdnächster Punkt) und 222 Kilometer im Apogäum. Die mittlere Höhe der Umlaufbahn liegt bei 220 Kilometern. Die Höhe der Umlaufbahn nimmt aktuell um 3,5 Kilometer pro Tag ab. Die "Mir" hat somit die Höhe ihrer Umlaufbahn erreicht, von der aus nun die abschließenden Manöver gestartet werden sollen. Die Raumfahrtexperten im russischen Raumfahrtkontrollzentrum kontrollieren regelmäßig die Bordsystem der Raumstation.

Die russische Expertenkommission hat nun folgenden Plan für den kontrollierten Wiedereintritt ausgearbeitet:

Am 22. März soll die Lage der Raumstation stabilisiert werden. Dabei werden die Drehbewegungen der "Mir" abgebaut und die Station für den Wiedereintritt ausgerichtet.

Die Manöver für den kontrollierten Wiedereintritt sind von der Expertenkommision für die Nacht zum Freitag den 23. März geplant.

Die russischen Raumfahrtexperten haben für den kontrollierten Wiedereintritt der "Mir" drei Manöver vorgesehen.


Die Manöver im Einzelnen:

Die ersten beiden Manöver werden laut der Kommision gegen 1.30 Uhr (MEZ) beginnen. Dabei soll die "Mir" auf einen niedrigeren und stark elliptischen Kurs bringen. Dabei soll die Höhe der Umlaufbahn im Apogäum bei etwa 215 Kilometer und Perigäum bei knapp 160 Kilometer liegen. Die Geographische Lage der "Mir" liegt dann bei 47 Grad südlicher Breite. Dies entspricht auch dem vorgesehenen Ziel, dass für den Absturz vorgesehen ist.

Im letzten Bremsmanöver wird das Haupttriebwerk des Progress-Transporters für ca. 12 Minuten betrieben. Dadurch das Perigäum so stark abgesenkt, dass die "Mir" über dem Südpazifik verglüht. Die Teile der Raumstation, die nicht verglühen werden, sollen im dafür vorgesehenen Gebiet im Pazifik aller Voraussicht nach kurz nach 7.00 Uhr (MEZ) versinken.

23. März 2001

Zerbersten der Mir

Das Zerbersten der russischen Raumstation Mir über dem südlichen Pazifik

Die Raumstation "Mir" ist nunmehr Geschichte. Nach mehr als 15 Jahren im Orbit und unzähligen Erdumrundungen schlugen heute am 23. März 2001 die Trümmer der ca. 140 Tonnen schweren Raumstation "Mir" die nicht verglüht sind um 6.57 Uhr (MEZ) im südlichen Teil des Pazifik auf. Das Zentrum der Absturzstelle lag bei 40 Grad südlicher Breite und 160 Grad westlicher Länge. Die "Mir" flog noch zuvor über Japan, dem letzten dicht besiedelten Gebiet hinweg, ohne Probleme zu bereiten.

Durch drei Bremsschübe wurde die Raumstation in den frühen Morgenstunden des 23. März 2001 zum kontrollierten Wiedereintritt in die Atmosphäre und somit zum geplanten Zielgebiet im Südpazifik gebracht.

Beim ersten Bremsmanöver gegen 1.30 Uhr (MEZ) konnte die Raumstation auf eine stark elliptische Umlaufbahn mit Höhen von 213,6 bzw. 187,9 Kilometern gebracht werden.

Mit dem zweiten Bremsmanöver wurde die Flugbahn mit Höhen von 218 und 158 Kilometern noch elliptischer. Dabei lag der erdnächste Punkt schon über dem Wiedereintrittsbereich im Südpazifik.

Bei einer Flugbahnhöhe von 215 Kilometern wurde dann um 6.07 Uhr (MEZ) das dritte und letzte Bremsmanöver eingeleitet. Dabei wurde die "Mir" auf eine Höhe von 160 Kilometern gebracht und der Zielkurs in Richtung des Südpazifiks anvisiert. Nach Berechnungen der ESOC (European Space Operations Center) in Darmstadt verlief das letzte Bremsmanöver jedoch heftiger als geplant war. Auf jeden Fall kann man der russischen Raumfahrt zu diesem Erfolg gratulieren.

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