Asteroid 2024 YR4 kommt im Dezember 2032 der Erde sehr nahe

Astronominnen und Astronomen beobachten mit großer Aufmerksamkeit den erdnahen Asteroiden 2024 YR4, der am 22. Dezember 2032 eine potenziell gefährliche Nähe zur Erde erreichen könnte. Der Asteroid gehört zum Apollo-Typ, misst schätzungsweise zwischen 40 und 90 Metern – neueste Analysen gehen von rund 60 ± 7 m Durchmesser aus. Nach ersten Auswertungen lag die Einschlagwahrscheinlichkeit bei etwa 1 %, sie stieg bis Mitte Februar 2025 auf historisch hohe 3,1 % (NASA) bzw. 2,8 % (ESA) – und erreichte damit zum damaligen Zeitpunkt eine Einstufung von 3 auf der Torino-Skala. Ursache hierfür war der natürliche Verlauf: Je mehr Beobachtungsdaten verfügbar wurden, desto präziser ließ sich die Bahn berechnen, wodurch die Wahrscheinlichkeit zunächst anstieg, weil die Erde im möglichen Einschlagskorridor lag.
Allerdings zeigten neue Analysen bereits im Februar 2025 eine dramatische Wendung: Zahlreiche zusätzliche Teleskopdaten reduzierten die Wahrscheinlichkeit rapide auf nahezu 0 % – gemäß ESA/NASA ist ein Einschlag nun praktisch ausgeschlossen. Auch das Risiko einer späteren Kollision im Jahr 2032 wurde vollständig verworfen; der Torino-Wert wurde auf 0 herabgestuft.
Während das Einschlagsrisiko für die Erde somit beseitigt scheint, bleibt die Situation dennoch wissenswert:
- Die astronomische Beobachtungskampagne setzte unter anderem auf das James-Webb-Weltraumteleskop sowie bodengestützte Einrichtungen wie das Nordic Optical Telescope, um Größe, Zusammensetzung (S‑Typ Asteroid) und Rotationsverhalten präzise zu erfassen.
- Es besteht weiterhin eine ca. 4 %ige Wahrscheinlichkeit, dass der Asteroid auf dem Mond einschlägt – dies liegt daran, dass die Mondbahn innerhalb des breiten Unsicherheitskorridors liegt.
- Darüber hinaus ist 2024 YR4 nach aktuellem Wissensstand auf dem Kurs, im Dezember 2028 ein weiteres Mal in Erdnähe vorbeizuziehen. Frühere Befürchtungen wurden jedoch inzwischen entkräftet, sodass die wissenschaftliche Aufmerksamkeit sich vor allem auf präzisere Bahnvermessung konzentriert.
In der gesamten öffentlichen Debatte betonen Wissenschaftler und Institutionen wie NASA, ESA und IAWN, dass ein Einschlag der Erde äußerst unwahrscheinlich ist – und auch im Falle eines hypothetischen Treffers wäre er eher vergleichbar mit dem Tunguska-Ereignis (ein zerstörerischer Luftstoß in Sibirien 1908), nicht mit einem globalen Kataklysmus.
Fazit:
Der Asteroid 2024 YR4 war zwischenzeitlich der gefährlichste bekannte Himmelskörper in Bezug auf Einschlagwahrscheinlichkeit – doch dank umfangreicher Beobachtungen liegt das Risiko für die Erde mittlerweile bei nahezu null. Die Kampagne bleibt dennoch relevant: Sie fördert unsere Fähigkeiten der Frühwarnung und definiert neue Standards für die planetare Verteidigungsforschung.