Dynamik im Erdinneren – Ursprung des Lebens verstehen
06.Januar, 2026
Wissenschaftler haben neue Strukturen im Bereich zwischen Erdkern und Mantel entdeckt, die bislang unbekannt waren. Diese Strukturen wurden mithilfe modernster seismischer Tomografie sichtbar gemacht. Die Analysen zeigen komplexe, heterogene Zonen mit unterschiedlicher Dichte und Zusammensetzung. Besonders auffällig sind Bereiche, in denen sich Materialien unter extremem Druck und hoher Temperatur anders verhalten als erwartet. Forscher vermuten, dass diese Strukturen den Wärmetransport vom Kern zum Mantel beeinflussen. Dadurch könnten sie lokale Strömungen im Erdmantel steuern, die wiederum Vulkanismus und Plattentektonik beeinflussen. Die Daten lassen vermuten, dass diese Zonen seit Milliarden Jahren stabil existieren. Ihre Existenz könnte erklären, warum die Erde über geologische Zeiträume hinweg ein stabiles Klima aufrechterhalten konnte. Einige Modelle deuten darauf hin, dass chemische Reaktionen in diesen Zonen zur Bildung komplexer Moleküle beigetragen haben könnten. Diese Moleküle gelten als potenziell wichtig für die Entstehung von Leben. Die Entdeckung wirft neue Fragen über die chemische Evolution der Erde auf. Frühere Modelle gingen von homogenem Material im unteren Mantel aus, was nun revidiert werden muss. Forscher planen weitere seismische Messungen, um die Geometrie dieser Strukturen genauer zu bestimmen. Auch Experimente unter Laborbedingungen sollen das Verhalten der Materialien unter extremen Bedingungen testen. Erste Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Zonen lokale Hotspots bilden, die Plumes in den oberen Mantel treiben könnten. Diese Plumes sind verantwortlich für den Ausbruch von Vulkanen an der Erdoberfläche. Die Studie zeigt auch, dass der Erdkern-Mantel-Übergang dynamischer ist, als bisher angenommen. Veränderungen in diesen Zonen könnten langfristige Klimaschwankungen beeinflussen. Die Erkenntnisse eröffnen neue Perspektiven für das Verständnis der geodynamischen Prozesse der Erde. Insgesamt könnten diese Entdeckungen erklären, wie geologische und chemische Prozesse die Voraussetzungen für Leben auf der Erde geschaffen haben. Die Forschung unterstreicht die enge Verbindung zwischen innerer Dynamik des Planeten und der Entwicklung von Biosphäre und Klima.
