3I/ATLAS: Faszinierend, aber rein natürlich
06.Januar, 2026
Am 18. Dezember 2025 führte das Breakthrough Listen-Programm gezielte Beobachtungen des interstellaren Objekts 3I/ATLAS durch. Dazu nutzten die Astronomen das Green Bank Telescope, eines der größten und empfindlichsten Radioteleskope der Welt. Die Suche konzentrierte sich auf den Frequenzbereich von etwa 1 bis 12 Gigahertz, der für technologische Signale besonders relevant ist. Ziel war es, sogenannte Technosignaturen zu finden, also künstliche Radiosignale, die auf außerirdische Technologie hindeuten könnten. Während der Beobachtungen wechselten sich Messungen auf das Objekt mit Messungen des Hintergrundhimmels ab, um Rauschen zu eliminieren. Nach umfassender Analyse aller Daten wurden keine glaubwürdigen künstlichen Signale detektiert. Damit schließt die Untersuchung Signale aus, die selbst sehr schwach gewesen wären, vergleichbar mit kleinen elektronischen Geräten. Auch andere Teleskope weltweit führten parallel Beobachtungen durch, darunter das südafrikanische MeerKAT-Teleskop. Diese ebenfalls durchgeführten Untersuchungen fanden keine Hinweise auf außerirdische Technologie. Stattdessen registrierten die Instrumente nur natürliche Signale, die typisch für aktive Kometen sind, etwa bestimmte Gasemissionen. Die Ergebnisse bestätigen, dass 3I/ATLAS ein natürlicher interstellarer Komet ist, ähnlich wie frühere interstellare Besucher. 3I/ATLAS ist das dritte bekannte interstellare Objekt, das unser Sonnensystem passiert, nach ‘Oumuamua und 2I/Borisov. Obwohl sein Ursprung ungewöhnlich ist, zeigt das Objekt die typischen Eigenschaften eines Kometen mit einer Koma aus Gas und Staub. Das Fehlen künstlicher Signale beweist nicht, dass außerirdische Technologie nicht existiert, sondern lediglich, dass keine detektierbaren Signale gesendet wurden. Mögliche Signale könnten in anderen Frequenzbereichen, zu anderen Zeiten oder in gerichteter Form vorliegen, die nicht erfasst wurden. Die Null-Ergebnisse helfen, Hypothesen einzugrenzen und die Interpretation von 3I/ATLAS als natürlichen Himmelskörper zu stützen. Interstellare Objekte sind selten, weshalb jeder Besuch aus dem interstellaren Raum wissenschaftlich große Aufmerksamkeit erhält. Die Forscher betonen, dass die Ergebnisse wertvolle Informationen liefern und zukünftige Technosignatur-Suchen verbessern können. Trotz öffentlichen Spekulationen arbeiten Astronomen streng daten- und evidenzbasiert, um Fehldeutungen zu vermeiden. Insgesamt bleibt 3I/ATLAS ein faszinierender natürlicher Besucher, jedoch ohne jegliche Hinweise auf außerirdische Intelligenz.
