Perlenkette der Galaxien: Die Markarjansche Kette erreicht ihre beste Sichtbarkeit im Frühlingshimmel
28.März, 2026
Für Astrofotografen markiert der März 2026 einen der jährlichen Höhepunkte, da die berühmte Markarjansche Kette im Sternbild Jungfrau nun ihre höchste Position am Nachtmanagement erreicht. Diese beeindruckende Anordnung von Galaxien erstreckt sich als sanft geschwungener Bogen über das Herz des Virgo-Galaxienhaufens. Wer sein Teleskop in diesen Nächten Richtung Süden schwenkt, blickt direkt in das gravitative Zentrum unserer supergalaktischen Nachbarschaft. Die Kette besteht aus mindestens acht Galaxien, die sich optisch und teilweise auch physikalisch in einer Linie zu bewegen scheinen. Den markanten Anfang bilden die beiden hellen elliptischen Riesengalaxien M84 und M86, die in jedem Amateurteleskop sofort ins Auge fallen. Besonders faszinierend ist für Fotografen das Paar NGC 4435 und NGC 4438, das aufgrund seiner durch Gezeitenkräfte verzerrten Form auch als die „Augen“ bekannt ist.
Da sich die Gruppe derzeit im Meridian befindet, durchläuft sie den Bereich mit der geringsten atmosphärischen Störung und bietet somit ideale Bedingungen für scharfe Aufnahmen. Für Weitfeld-Astrofotografie ist dieses Ziel besonders lohnend, da neben der Hauptkette hunderte weitere, schwächere Hintergrundgalaxien auf dem Sensor sichtbar werden. Eine Brennweite zwischen 400 und 600 Millimetern ist perfekt geeignet, um die gesamte Kette harmonisch in den Bildausschnitt einzubetten. Experten empfehlen für dieses Motiv besonders lange Belichtungszeiten, um die zarten Gezeitenschweife und die intergalaktischen Materiebrücken zwischen den Galaxien herauszuarbeiten. Die dunklen, mondlosen Nächte Ende März bieten das nötige Kontrastverhältnis, um die feinen Helligkeitsnuancen der Spiralarme einzufangen. Moderne CMOS-Kameras mit hoher Quanteneffizienz erlauben es heutzutage, selbst unter leicht lichtverschmutztem Himmel beeindruckende Resultate zu erzielen. Viele Astrofotografen nutzen zudem Luminanz-Filter, um die feinen Strukturen in den Zentren der elliptischen Galaxien nicht zu überbelichten. Die Bearbeitung solcher Aufnahmen erfordert Geduld, da der Hintergrund des Virgo-Haufens buchstäblich mit fernen Welten übersät ist. Es ist ein erhabenes Gefühl, bei der Bildauswertung zu realisieren, dass jedes kleine Fleckchen auf dem Foto eine eigene Insel aus Milliarden von Sternen darstellt. Die Markarjansche Kette ist somit nicht nur ein ästhetisches Highlight, sondern auch ein Zeugnis der gigantischen Strukturen unseres Universums. Wer die Gelegenheit in diesem Frühjahr verpasst, muss ein volles Jahr warten, bis das „Fenster zu den Galaxien“ wieder so perfekt offensteht. Die aktuelle Wetterlage mit trockener Luft aus dem Norden begünstigt zudem ein exzellentes „Seeing“, was für die Auflösung der Galaxienkerne entscheidend ist.
