NASA stellt erste Konzepte für die Artemis-III-Mission vor
21.Mai, 2026
Die Vorbereitungen für die historische Fortführung des Artemis-Programms laufen bei der NASA auf Hochtouren. Im Kennedy Space Center in Florida wurde kürzlich die riesige Kernstufe der SLS-Rakete (Space Launch System) erfolgreich manövriert und in das Vehicle Assembly Building transportiert. Diese gewaltige Raketenkomponente war zuvor per Frachtschiff vom Herstellungsort in New Orleans angeliefert worden. Die NASA hat zudem wichtige konzeptionelle Updates für die Artemis-III-Mission vorgelegt, die eine entscheidende Kurskorrektur beinhalten. Entgegen ursprünglicher Pläne wird diese Mission nicht direkt auf dem Mond landen, sondern als bemannter Testflug im Erdorbit durchgeführt. Diese strategische Entscheidung wurde getroffen, um die operationellen Risiken für zukünftige Mondlandungen signifikant zu minimieren. Im Zentrum von Artemis III steht das Testen von Rendezvous- und Andockmanövern in einer niedrigen Erdumlaufbahn von rund 460 Kilometern Höhe. Die vierköpfige Besatzung soll dabei das Zusammenspiel der Orion-Kapsel mit den kommerziellen Landesystemen erproben. Als Partner stehen hierbei die Unternehmen SpaceX mit dem Starship HLS und Blue Origin mit dem Blue Moon Lander bereit. Durch diese Neuausrichtung wird die eigentliche Rückkehr von Menschen auf die Mondoberfläche auf die Folgemission Artemis IV verschoben. Dennoch treibt die Raumfahrtbehörde parallel die geologischen und logistischen Planungen für die spätere Oberflächendynamik weiter voran. Dazu veröffentlichte die NASA aktualisierte Analysen zu den potenziellen Landeregionen am strategisch wichtigen Südpol des Mondes. Diese Zielgebiete sind aufgrund vermuteter Wassereisvorkommen in permanent schattigen Kratern von enormer wissenschaftlicher Bedeutung. Ein Novum der Artemis-III-Mission ist zudem der Verzicht auf eine Antriebsoberstufe bei der SLS-Rakete. Um die verbleibende kryogene Oberstufe für die reale Mondlandung von Artemis IV aufzusparen, fliegt diesmal eine antriebslose Attrappe namens „Spacer“ mit. Die primäre Antriebsarbeit nach der Trennung der Hauptstufe übernimmt stattdessen das europäische Servicemodul der Orion-Kapsel. Die NASA koordiniert mit dieser Mission eine der komplexesten Startkampagnen ihrer Geschichte, da mehrere Raumfahrzeuge gleichzeitig im All interagieren müssen. Neben den Andockmanövern sollen im Orbit auch die neuen Axiom-Raumanzüge für spätere Mondspaziergänge getestet werden. Der Start von Artemis III ist nach aktuellen Planungen für das Jahr 2027 vorgesehen, während die bemannte Mondlandung nun für 2028 angestrebt wird.
